14. UPDATE: Verhängnisvolle Listerien! WILKE ruft sämtliche im Unternehmen hergestellten Erzeugnisse zurück


+++ Beachten Sie die Updates am Ende des Beitrages +++


V E R B R A U C H E R H O T L I N E 

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Eine Produktabbildung ist nicht verfügbar Die Firma Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG (Twistetal-Berndorf/HE) ruft "aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes" ihre Produkte zurück. Grund des Rückrufes ist, "dass nach dem Stand der behördlichen Ermittlungen ein Zusammenhang von Produkten der Fa. Wilke mit einem lebensmittelbedingten Krankheitsausbruch bestehen soll, der durch das Bakterium » Listeria monocytogenes ausgelöst wurde". Betroffen sind alle im Unternehmen hergestellten Erzeugnisse mit sämtlichen Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdaten. Die betroffenen Waren sind durch das auf allen Verpackungen angebrachte ovale Identitätskennzeichen "DE EV 203 EG" eindeutig zu identifizieren, wurden aber über den Lebensmitteleinzelhandel und Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung auch in loser Form in den Verkehr gebracht.

VerbraucherInnen, die betroffene Produkte gekauft haben, werden gebeten, diese  nicht zu verzehren. KundInnen können alle Artikel gegen Erstattung des Kaufpreises in den Einzelhandelsverkaufsstellen zurückgeben. Personen, die betroffene Produkte verzehrt haben und schwere oder anhaltende Symptome entwickeln, sollten ärztliche Hilfe aufsuchen und ihren Arzt auf eine mögliche Listerien-Infektion hinweisen. Schwangere, die betroffene Produkte verzehrt haben, sollten sich auch ohne Symptome in ärztliche Behandlung begeben und sich beraten lassen. Für andere Personen ohne Symptome ist dies nicht sinnvoll. "Die Firma Wilke entschuldigt sich bei allen Kunden für die entstandenen Unannehmlichkeiten." Bei Schwangeren, Neugeborenen, älteren Menschen oder Personen mit einem geschwächten Immunsystem kann die Krankheit » Listeriose einen schweren Verlauf nehmen und zu Blutvergiftungen, Gehirn- oder Gehirnhautentzündung führen sowie sogar tödlich sein; zudem kann sie bei Schwangeren Früh- oder Fehlgeburten zur Folge haben.
» www.wilke-mytaste.de | » Weitere Informationen im PDF-Format
Lesenswert: welt.de » "Todesfälle durch Keime in Pizza-Salami – Behörde schließt Firma"

Update vom 02.10.2019: Der Fachdienst Lebensmittelüberwachung, Tierschutz und Veterinärwesen des Landkreises Waldeck-Frankenberg hat die Schließung der Produktionsstätte der Firma Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren verfügt. Gleichzeitig wurde der Rückruf aller Produkte weltweit angeordnet. Ausgenommen von der Verfügung sind Vollkonserven, die aber freiwillig von der Fa. Wilke zurückgenommen werden. Zum Hintergrund erklärt die Behörde: "Seit einiger Zeit waren bei Beprobungen von Produkten des Herstellers Listeriose-Keime festgestellt worden. Der Fachdienst Lebensmittelüberwachung, Tierschutz und Veterinärwesen des Landkreises hatte daraufhin mehrfach eine Reinigung und Desinfektion angeordnet, die auch mit einer vorübergehenden Schließung der Produktionsanlagen verbunden war. Da bei einer erneuten Beprobung Ende September wieder Erreger festgestellt wurden, hat das Veterinäramt in Abstimmung mit den vorgesetzten Landesbehörden die Schließung des Betriebs und den Rückruf der Waren angeordnet."
» www.landkreis-waldeck-frankenberg.de | » Weitere Informationen im PDF-Format

Update vom 04.10.2019: Als erstes Handelsunternehmen stellt Kaufland (Stammsitz: Neckarsulm/BW)eine Auflistung der dort im Verkauf gewesenen WILKE-Erzeugnisse zur Verfügung und betont dabei: "Bei Kaufland wurden nur in den Märkten in Schwalmstadt, Korbach und Biedenkopf Wilke-Produkte verkauft." Die betroffenen Produkte wurden aus dem Verkauf genommen; bereits verkaufte Ware kann in allen Kaufland-Filialen zurückgegeben werden - der Kaufpreis wird selbstverständlich erstattet, auch ohne Vorlage des Kassenbons.
» www.kaufland.de | » Weitere Informationen im PDF-Format
» Auflistung betroffener Erzeugnisse (PDF)

2. Update vom 04.10.2019: Die Metro Cash & Carry International GmbH (kurz: Metro), Handelsunternehmen für Gewerbetreibende, Selbstständige, Freiberufler (Stammsitz: Düsseldorf/NW), informiert Kunden auf ihrer Internetseite zu Wilke-Erzeugnissen sowie zu Salami-Varianten der beiden Marken "Aro" und "Metro Chef" (jeweils in der 1.000 g-Packung). KundInnen, denen entsprechende Artikel "noch vorliegen", können diese in Ihren Metro- oder Metro-Gastro-Markt zurückbringen. Selbstverständlich wird eine entsprechende Gutschrift erstellt.
» www.metro.de | » Weitere Informationen im PDF-Format

3. Update vom 04.10.2019: Ohne weitere Kennzeichnung hat der für die Lebensmittelüberwachung verantwortliche Landkreis Waldeck-Frankenberg heute im Laufe des Tages seinen Hinweis auf die Stillegung der Firma Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren (v. 02.10.2019 - s. o.) wie folgt ergänzt: "Mittlerweile hat die Firma Wilke der Schnellwarnstelle beim Regierungspräsidium Darmstadt eine Liste der belieferten Betriebe zur Verfügung gestellt. Die Schnellwarnstelle hat diese europaweit an alle Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsbehörden verteilt." Diese Liste ist VerbraucherInnen (zumindest derzeit) nicht zugänglich. In Anbetracht der ganzen unsäglichen Entwicklung: Unglaublich!
» www.landkreis-waldeck-frankenberg.de | » Weitere Informationen im PDF-Format

Update vom 05.10.2019: Auf der Internetseite "verbraucherzentrale.de" (Link s. u.), einem Angebot der beiden Verbraucherzentralen Nordrhein-Westfalen und Hessen, wird darüber informiert, das neben Produkten mit dem Label "Wilke" nun auch "Erste weitere betroffene Marken bekannt" sind. Dort steht zu lesen: "Nach Angaben der Hessischen Landeskontaktstelle im Europäischen Schnellwarnsystem hat Wilke auch "Produkte unter anderen Markennamen als Eigenmarken bzw. in Lohnherstellung" produziert. Diese sind: "Haus am Eichfeld", "Metro Chef", "Service Bund-Servica", "CASA", "Pickosta", "Sander Gourmet", "Rohloff Manufaktur", "Schnittpunkt", "Korbach", "ARO", "Findt" sowie "Domino". Auch "Verbraucherzentrale" stellt ausdrücklich fest: Der "Informationsfluss der Behörden ist unzureichend und unverantwortlich." Obwohl das Unternehmen gem. seiner (inzwischen vom Netz genommenen) Internetseite "wöchentlich ca. 300 t bester Roh-, Brüh-, und Kochwurstartikel, sowie Roh- und Kochpökelwaren, als auch Konserven herstellt und vermarktet", haben hierzulande erst die wiederverkaufenden Handelsunternehmen Kaufland und Metro (s. o) mitgeteilt, welche Waren zu ihrem Sortiment gehörten.
» www.verbraucherzentrale.de | » Weitere Informationen im PDF-Format

2. Update vom 05.10.2019: Das europäische "Rapid Alert System for Food and Feed" (genannt "RASFF"), europäisches Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel und Austauschplattform primär der für die Lebensmittelüberwachung zuständigen Behörden, veröffentlicht unter der » Referenznummer "2019.3464" weitere Details. Danach sind (zumindest derzeit) 12 Länder bekannt, in denen belastete Ware auf den Markt gekommen ist: Neben Deutschland auch in Belgien, Bulgarien, Dänemark, Frankreich, Irland, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Schweden, Slowakei und Tschechien.
» ec.europa.eu | » Weitere Informationen im PDF-Format

3. Update vom 05.10.2019: Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hat am späten Nachmittag in einer Pressemitteilung erklärt, dass den ermittelnden Behörden eine volle Kooperation zugesagt wird. Zugleich wurde angekündigt, den Vorgang auch intern ohne Wenn und Aber aufzuarbeiten. Der Landrat: "Wir bedauern die Vorfälle außerordentlich. Die Kreisverwaltung und die ganze Region sind bestürzt und geschockt, dass Menschen durch die Zustände in einer in unserem Kreis ansässigen Firma zu Schaden gekommen sein sollen". Auch intern werde die Aufklärung vorangetrieben, denn "Niemand hat ein größeres Interesse an umfänglicher Aufklärung als der Landkreis. Auch in der Öffentlichkeit wurde eine Reihe Fragen aufgeworfen, denen wir nachgehen. Dies mit aller Kraft, gewissenhaft und ohne Wenn und Aber."
» www.landkreis-waldeck-frankenberg.de | » Weitere Informationen im PDF-Format

Update vom 06.10.2019: Leider wurde produktrueckrufe.de erst heute bekannt, dass die igro-Schmidt GmbH & Co. KG (Norden-Leegemoor/NI), Fachgroßhandel und "Spezialist für Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung", sofort am Tag des Bekanntwerdens (02.10.) ihre Kunden "dringendst" gebeten hat, vorrätige Produkte der Firma Wilke umgehend zu sperren bzw. nicht zu verzehren. In der den Kunden überlassenen Liste (Link s. u.) stehen neben Wilke-Produkten auch fünf Produkte der Eigenmarke "Pickosta". AbnehmerInnen erhalten selbstverständlich für die zurückgegebene bzw. vernichtete Ware eine Gutschrift; sofern die Ware vernichtet wird, ist zur späteren Abwicklung eine Dokumentation erforderlich.
» www.igro-schmidt.de | » Weitere Informationen im PDF-Format
» Auflistung betroffener Erzeugnisse (PDF)

Update vom 07.10.2019: IKEA Deutschland (Hofheim-Wallau/HE) informiert, dass durch den Großhändler Service-Bund (Lübeck/SH), Lieferant des Wurst-Aufschnitts für Kunden- und Mitarbeiterrestaurants, bereits am 02.10. eine Information zur Schließung und zum Rückruf von Ware des Unternehmens Wilke ergangen ist - aus diesem Grund wurde als Vorsichtsmaßnahme der Verkauf aller Produkte des Herstellers umgehend gestoppt. Dieser Stopp betrifft ausschließlich Wurst-Aufschnitt aus dem Restaurantbereich, nicht betroffen ist das übrige Fleisch- und Wurstwaren-Sortiment aus dem Restaurant, dem Schwedenshop und dem Bistro, denn diese Produkte stammen von anderen Lieferanten.
» www.ikea.de | » Weitere Informationen im PDF-Format

2. Update vom 07.10.2019: Erst auf massives Drängen der Verbraucherorganisation "foodwatch" (mit einer innerhalb weniger Stunden zustande gekommenen Unterstützung durch rund 11.000 Unterzeichner eines » Eil-Appells) veröffentlichen die Behörden nun endlich eine Gesamtliste mit über 1.000 zurückgerufenen Wilke-Erzeugnissen, die nicht nur Fleisch- und Wurstwaren, sondern auch vegane und vegetarische Erzeugnisse sowie wieder einmal bislang unbekannte Marken enthält. Verbraucherfreundlich ist die Liste immer noch nicht, da sich mögliche Verkaufsstellen nur sehr bedingt ableiten lassen (was nicht Verbraucheraufgabe sein kann). Wissenswert: foodwatch erwartet von der verantwortlichen Behörde (Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) noch Auskunft, ob die Wilke-Produktliste alle vom Rückruf erfassten Produkte enthält oder das Unternehmen auch an Industrie zur Weiterverarbeitung geliefert hat. Es bleibt spannend und ... traurig!
» www.lebensmittelwarnung.de | Alter Link entfernt, da Liste verfügbar (s. u. > 2. Update v. 09.10.)
Lesenswert: foodwatch.de » "Nach foodwatch-Kritik an Informationspolitik: Hessen veröffentlicht Liste"

Update vom 08.10.2019: Das europäische "RASFF" hat unter der » Referenznummer "2019.3464" inzwischen 12 weitere Länder als betroffen ausgemacht. Nach dem ersten Zwischenstand (s. o. > 2. Update v. 05.10.) sind jetzt bereits 24 Länder betroffen: Neu sind Großbritannien, Italien, Japan, Lettland, Libanon, Portugal, Russland, Schweiz, Spanien, Ungarn, USA und Zypern. Wissenswert: Die Süddeutsche Zeitung schreibt heute: "Im Fall des nordhessischen Wurstherstellers Wilke wusste das hessische Verbraucherschutzministerium viel früher über keimbelastete Wurstprodukte Bescheid als bisher angenommen (...) Eine Ministeriumssprecherin bestätigte auf Anfragen der Süddeutschen Zeitung, dass das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit das Ministerium am 12. August über den Verdacht informiert habe, dass Wilke-Wurstprodukte mit Listerien belastet seien."
» ec.europa.eu | » Weitere Informationen im PDF-Format
Lesenswert: sueddeutsche.de » "Wilke: Ministerium wusste seit Wochen von keimbelasteter Wurst"

Update vom 09.10.2019: Im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Wiesbaden/HE) hat die » "Task-Force Lebensmittelsicherheit" (Darmstadt/HE) eine Verbraucherhotline zur Rückrufaktion der Firma Wilke eingerichtet. Diese ist unter der Rufnummer 0 61 51 / 12 60 82 (Mo.-Do.: 8-16.30 Uhr, Fr.: 8-15 Uhr) erreichbar.
» umwelt.hessen.de | » Weitere Informationen im PDF-Format

2. Update vom 09.10.2019: Auf "lebensmittelwarnung.de" wurde soeben eine neue Version der Produkt-/Gesamtliste sowie eine unerwartet umfangreiche Markenliste veröffentlicht, durch die auch wieder neue Namen bekannt werden. WICHTIG: Die in dieser Zusammenstellung aufgeführten Marken und Aufmachungen sind nur dann vom Rückruf betroffen, wenn sie zugleich auch das Identitätskennzeichen "DE EV 203 EG" tragen.
Produktliste: » Weitere Informationen im PDF-Format
Markenliste: Alter Link entfernt, da Liste verfügbar (s. u. > Update v. 11.10.)

Update vom 11.10.2019: Die Behörden veröffentlichen auf "lebensmittelwarnung.de" eine aktualisierte Markenliste mit neuen Ermittlungsergebnissen. WICHTIG: Die in dieser Zusammenstellung aufgeführten Marken und Aufmachungen sind nur dann vom Rückruf betroffen, wenn sie zugleich auch das Identitätskennzeichen "DE EV 203 EG" tragen.
Markenliste: » Weitere Informationen im PDF-Format

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